Alle Artikel – Zur Blog-Seite

Die Magie der Rauhnächte

Dezember 26, 2021

„Die Zeit zwischen den Jahren“… Tage voller Zauber, Stille und Frieden. Schnell dahin gesagt, aber hast du dich mal gefragt, was das genau bedeutet?

Es gibt eine Zeit zwischen den Jahren, in denen es keine Zeit gibt! Das sind die Rauhnächte. Je nach Tradition beginnen die Rauhnächte entweder zur Wintersonnenwende, also in der Nacht vom 21.12. oder wie noch weiter verbreitet am 25.12. Diese heilige Zeit der Rauhnächte geht elf Tage und 12 Nächte. Ihre Wurzeln stammen aus der germanischen und keltischen Tradition und kommen von der Differenz der Tage im Sonnenjahr (365 Tage) und dem Mondjahr (354 Tage). Früher lebten wir in Europa nach dem Mondkalender. Zum Ausgleich der Differenz zum Sonnenkalender fügten die Kelten elf Tage (und damit 12 Nächte) hinzu, die quasi „nicht existieren“. Das ist die Zeit der Rauhnächte, und man sagt, dass während dieser Tage die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt und die Tore zu „anderen Welten“ und auch zu sich selbst besonders offen stehen. Wir also einen besonderen Zugang zu uns selbst haben.

Für mich beginnen die Rauhnächte am 25. Dezember und gehen bis zum 05. Januar. Einfach, weil die Zeit vom 21.12. bis zum 24.12 oft keine Stille und Ruhe zulässt, sozusagen Endspurt angesagt ist. Richtig Ruhe kehrt für mich erst mit Heiligabend ein.

Die Rauhnächte im Yoga Kontext

YouVida - Magie der Rauhnächte

In yogischen Traditionen ist es eine Zeit der Stille, der Schau zu sich selbst nach innen, aber auch eine Zeit für Rückblicke auf das Vergangene und einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Es gibt verschiedenste Bräuche und Rituale für diese Zeit. Auch von Verboten und festen Regeln wird zum Teil gesprochen. Ich denke, es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Ich finde diese Zeit hat einfach etwas mystisches, die Welt entschleunigt und für mich ist sie hervorragend geeignet, um einmal aufzuräumen. Mit allem was war, mit allem was ist und mit allem, was kommt. Sich über viele Dinge bewusst zu werden, die in der Hektik des Alltags immer gern hintern runter fallen. Sich mit Fragen zu beschäftigen, wie:

  • Was war schön in diesem Jahr?
  • Woran bin ich gewachsen?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was oder wer hat mich besonders gefordert?
  • Welche Dinge habe ich zu Ende gebracht?
  • Was ist noch offen?
  • Wer war an meiner Seite und hat mich begleitet?
  • Was hat sich verändert?
  • Was habe ich gelernt und erfahren?
  • Was lasse ich bewusst los und was nehme ich mit ins neue Jahr?
  • Wie ging und geht es mir?

Die Wirkung wird hier noch einmal verstärkt, wenn du dir deine Fragen und die Antworten einmal aufschreibst. Eine gute Basis für die Rauhnächte im nächsten Jahr. Du wirst staunen, schmunzeln und vielleicht auch kurz mit den Augen rollen, wenn du deine Gedanken ein Jahr später noch einmal liest, das verspreche ich dir.

Wie kannst du die Rauhnächte für dich nutzen?

Auf diese Frage gibt es nicht die EINE Antwort oder die eine vollständige Liste an Dingen, die du tun oder nicht tun solltest. Immer wieder spreche ich bei YouVida davon, die eigene Melodie des Lebens zu finden. Seinen eigenen ganz persönlichen Rhythmus. So ist es auch hier. Vielleicht versuchst du einmal mehr aus dem Kopf ins Herz zu finden. In dich rein zu spüren, was du gerade brauchst und was sich für dich gut anfühlt. Ein guter Anfang wären zum Beispiel diese Punkte:

  • Aufräumen und putzen – lieber kein Ausmisten (das soll Unglück bringen)
  • Zeit mit dir allein verbringen – Wann warst du das letzte Mal allein spazieren?
  • Reinige dein Haus oder deine Wohnung mit Räucherwerk – z.B. Salbei oder Weihrauch
  • Schulden begleichen und Ausgeliehenes zurückgeben
  • Offene Angelegenheiten klären
  • Resümee und Reflexion des alten Jahres
  • Meditation und Stille
  • Ziele und Intentionen fürs Neue Jahr fassen
  • Intensive und ruhige Yogapraxis
  • 108 Sonnengrüße zur Reinigung für das neue Jahr

Die Rauhnächte sind in dunklen Zeiten eng damit verbunden, das Licht zu bewahren – in uns selbst und im Außen. Ich finde eine gute Gelegenheit, alte Bräuche und Traditionen, für sich selbst neu zu interpretieren. Die brauchst einen heimlichen Helfer  für deinen Weg zu dir selbst? Dann schau gern in meinem Shop vorbei. Hier findest du handgefertigten Edelsteinschmuck und handgenähte Meditationskissen.

Mein Fazit

Wie auch immer du mit den Rauhnächten beginnst, nutze und genieße die Zeit der heilsamen Dunkelheit. Es sind die kürzesten und dunkelsten Tage des Jahres und eine Zeit des sich nach Innen Wendens. Es ist Zeit, in der wir das Alte Revue passieren lassen, Altes abschließen und loslassen und uns auf das was kommt einstimmen können.

YouVida - Magie der Rauhnächte

Zeit für Transformation, in der wir uns von alten Gedankenmustern und Verhaltensmustern befreien können und wieder ein Stückchen näher zu uns selbst kommen. Fortschritt bedeutet zum Glück nicht immer Entfernung von der Natur, sondern einmal mehr ein Hinwenden zu ihr und dem Bewusstsein, wer wir eigentlich wirklich sind.

Mit einer guten Portion Mut, Zuversicht und auch Durchhaltevermögen, mit Willenskraft und sicher auch einer Menge Disziplin werden wir unseren eigenen Weg finden. Ihn aus den Augen verlieren, aber schlussendlich immer wieder auf den für uns richtigen Pfad des Lebens zurückfinden.

Sei dir sicher, dass göttliche/universelle Kräfte in dir, dich stets auf deinem Weg begleiten und dir beistehen. Du darfst selbstbewusst sein und vertrauen. Dir selbst, dem Leben und dem großen Ganzen. Liebe heilt unsere Herzen und verbindet uns.

Ich wünsche dir wundervolle Raunächte voller Stille, Frieden und Inspiration.

Wie sind deine Pläne für die Rauhnächtet? Lass mir gern einen Kommentar hier oder schreib mir eine Mail an kontakt@youvida.de, wenn du Fragen oder Anmerkungen hast. Ich freu mich über dein Feedback.

Namaste, deine Steffi

Mein bescheidenes Wissen zu diesem Artikel habe ich aus eigenen Erfahrungen, aus meiner zweijährigen Yogalehrerausbildung nach den Lehren von Swami Sivananda, aus Gesprächen und aus Büchern. Hier eine kleine Übersicht zu meinen wichtigsten Quellen: 

(1) Atmamitra Oliver Mack, Ausbilder Yogalehrerausbildung bei AnandaBalance Potsdam/Berlin